Info zum Syphilis-Schnelltest In den letzten Jahren sind die Syphilis-Neuinfektionszahlen in Köln bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM) stark gestiegen. Ein großes Problem bei sexuell übertragbaren Erkrankungen ist, dass sie das Risiko sich mit HIV anzustecken erhöhen, weil HIV leichter in geschädigte Schleimhaut eindringen kann.
Deshalb bieten wir zusätzlich zum HIV-Schnelltest auch einen Syphilis-Schnelltest an.
Welches Testverfahren wird in unserem Projekt angewandt? Wir verwenden einen Syphilis-Schnelltest, dessen Ergebnis nach 30 Minuten vorliegt. Im Gegensatz zum HIV-Schnelltest, der mit einem Blutstropfen aus der Fingerkuppe durchgeführt werden kann, nehmen wir für den Syphilis-Test Blut aus der Armbeuge ab. Dies ist notwendig, weil der Test zur Erhöhung der Sicherheit mit Serum durchgeführt und das Blut hierfür zentrifugiert wird (Trennung der Blutbestandteile);
Wenn Du einen HIV- und einen Syphilis-Test machen willst, wird selbstverständlich nur einmal Blut abgenommen.
Wie sicher ist der Syphilis-Schnelltest? Der Syphilis-Schnelltest ist sicher. In seltenen Ausnahmefällen kann es jedoch vorkommen, dass der Test eine Syphilis-Infektion übersieht (falsch negatives Ergebnis).
Was muss beachtet werden? Der Schnelltest kann nicht zwischen einer akuten und einer bereits früher durchgemachten Erkrankung unterscheiden. Der Test macht also keinen Sinn, wenn Du früher schon mal eine Syphilis-Infektion hattest. Auch wenn die Syphilis erfolgreich behandelt wurde, bleiben die gebildeten Antikörper im Blut, so dass der Test in jedem Fall positiv wäre.
In der Frühphase der Erkrankung kann es manchmal vorkommen, dass der Schnelltest (wie der herkömmliche Test auch) möglicherweise nicht anschlägt, obwohl man sich angesteckt hat. Dies hängt damit zusammen, dass die Antikörper, die bei diesem Test nachgewiesen werden, erst nach Abklingen des Erstgeschwürs gebildet werden. Da dies häufig nicht bemerkt wird, kann eine Infektion erst 12 Wochen nach einer möglichen Ansteckung mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.
Falls Du aufgrund eines Erstgeschwürs den Verdacht hast, Dich mit Syphilis angesteckt zu haben, solltest Du nicht erst einen Test machen, sondern sofort einen Arzt aufsuchen und Dich behandeln lassen.
Was passiert, wenn der Syphilis-Schnelltest reaktiv (positiv) ist? Im Falle eines reaktiven Testergebnisses bieten wir kostenlos weitere umfassende Blutuntersuchungen (TPPA - Antikörpertest, FTA-abs IgG und IgM, VDRL) an, die ein Kölner Labor für uns übernimmt. Hierfür wird keine neue Blutprobe benötigt.
Die Ergebnisse werden in der folgenden Woche (Mittwoch) mitgeteilt. Natürlich wirst Du dann ausführlich beraten und zur Behandlung an kompetente Fachärzte weiterverwiesen.
Eine telefonische Befundmitteilung ist möglich.
Informationen zur Syphilis
Die Erkrankung wird durch Bakterien (Treponema pallidum) verursacht. Sie verläuft in drei Stadien, in welchen unterschiedliche Symptome auftreten können, aber nicht müssen. Die Phasen zwischen den Stadien verlaufen in der Regel ohne Symptome.
I. Stadium
Die Erkrankung kann mit einem kleinen, harten und schmerzlosen Geschwür am Übertragungsort ungefähr 2-6 Wochen nach der Ansteckung beginnen. Dieses Geschwür kann überall da auftreten, wo verletzte Haut oder Schleimhaut mit den Syphilis-Bakterien in Kontakt gekommen ist, z.B. am Penis, an den Hoden, im oder am Anus, im oder am Mund oder an den Brustwarzen. Da das Geschwür nicht schmerzt und auch an unzugänglichen Stellen sein kann, wird es oft übersehen. Es verschwindet nach einiger Zeit wieder, die Krankheit bleibt jedoch bestehen. Vielfach treten auch nur unspezifische Symptome, wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit und leichtes Fieber auf.
II.Stadium
Einige Wochen später können die unterschiedlichsten Hautausschläge, Lymphknotenschwellungen, Warzen an den Hand- und Fußinnenflächen, nässende Genitalwarzen, Haarausfall und verschiedene andere Symptome auftreten. Auch diese können unauffällig sein und wieder verschwinden.
III.Stadium
Nach vielen Jahren können an allen Organen des Körpers schwere Schäden auftreten. Am häufigsten kommt es zu Hautveränderungen. Diese zeigen sich in gummiartigen Knotenbildungen und der Entwicklung tiefer Geschwüre mit Gewebezerfall. Auch schwere Hirn- und Herzschäden können eine Folge sein.
Wenn jemand gleichzeitig HIV-infiziert ist, verläuft eine Syphilis-Erkrankung häufig schneller und schwerer.
Wie steckt man sich mit Syphilis an? Eine Syphilis wird übertragen, wenn die Bakterien mit Schleimhaut oder verletzter Haut in Kontakt kommen. Zum Beispiel über das im ersten Stadium vorhandene Geschwür, die Hautausschläge oder die Genitalwarzen. Hat ein Sexualpartner ein Syphilis-Geschwür im Mund, überträgt sie sich also auch beim Küssen und beim Blasen. Eine Übertragung ist auch über das Blut möglich.
Wie wird eine Syphilis behandelt? Eine Syphilis wird mit Penicillin behandelt. Eine Behandlung ist in jedem Stadium möglich. Die Organschäden des letzten Stadiums können allerdings nicht mehr rückgängig gemacht werden.
Der Behandlungserfolg muss mehrfach kontrolliert werden. Dein(e) Partner sollte(n) sich in jedem Fall untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen.
Wie kann ich mich schützen? Kondome bietet einen gewissen Schutz. Trotzdem solltest du die Symptome kennen, da ein ganz sicherer Schutz aufgrund der vielfältigen Übertragungswege nicht möglich ist.
Und sonst? Wie fast alle anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen, erhöht auch die Syphilis das Risiko einer Ansteckung mit HIV. Man kann sich mehrfach mit Syphilis anstecken, da eine einmal durchgemachte Erkrankung keinen Schutz hinterlässt.