Ist es sinnvoll für mich einen HIV-Test zu machen?
Es gibt viele Gründe einen HIV-Test zu machen.
Ob nun als Partnerschaftstest, um auf das Kondom verzichten zu können oder zur eigenen Gewissheit nach einer Risikosituation. Der Beweggrund ist egal, wichtig ist, dass nur eine frühzeitig erkannte Infektion die besten Behandlungsmöglichkeiten bietet. Eine nicht entdeckte HIV-Infektion kann das Immunsystem so nachhaltig schädigen, dass dies dann trotz medikamentöser Behandlung nicht mehr funktionsfähig ist. Dann können Krankheitserreger nicht mehr abgewehrt werden und es kommt zu schwersten Erkrankungen. Daher ist es sinnvoll, möglichst früh über seine HIV-Infektion informiert zu sein.

Brauche ich einen Termin wenn ich einen Test bei euch machen will?
Nein, den brauchst du nicht. Jeder kann zwischen 19 und 22 Uhr vorbeikommen. Bitte beachte: Wartezeiten lassen sich nicht immer vermeiden. Am besten bringst du anderthalb bis zwei Stunden Zeit mit. Aktuelle Zeitschriften und Getränke verkürzen dir die Wartezeit.

Ist die Blutabnahme schmerzhaft?
Nein! Der kleine Pikser in die Fingerkuppe wird mit einer speziellen Nadel gemacht, die natürlich nach Gebrauch entsorgt wird. Benötigt wird nur ein kleiner Blutstropfen.

Warum ist ein Schnelltest schnell?
Die Testverfahren sind in den letzten Jahren soweit verbessert worden, dass es nun auch möglich ist, nach einer nur kurzen Wartezeit ein sicheres Ergebnis zu bekommen. Achtung Verwechslungsgefahr: "Schnell" bedeutet nicht, dass man sich nach einem "Risikokontakt" früher testen lassen kann, sondern nur, dass man nach dem Test auf das Ergebnis nicht so lange warten muss.

Ist der Schnelltest denn auch sicher?
Ja, der HIV-Schnelltest ist genauso sicher, wie die herkömmlichen Verfahren auch. Wenn die drei Monate Wartezeit nach einem Risikokontakt eingehalten worden sind und das Ergebnis negativ ist, ist es sicher.
In ganz seltenen Ausnahmefällen kann es vorkommen, dass der Schnelltest (wie die herkömmlichen Tests auch) ein falsch-positives Ergebnis zeigt. Aus diesem Grund wird das Ergebnis vorerst "reaktiv" genannt. HIV-positiv ist es erst dann, wenn das Ergebnis durch einen weiteren Test (Westernblot) bestätigt wurde. Falsch positive Ergebnisse können vorkommen, weil der Test so hochsensibel ist, dass er beispielsweise auf eine gerade durchgeführte Impfung oder Rheumafaktoren im Blut reagieren kann. Aber wie gesagt, dies kommt wirklich nur sehr selten vor.


Wer führt die Schnelltests durch?
Der Schnelltest wird von einem Arzt durchgeführt. Für die Beratungen sind Pädagogen und Sozialpädagogen zuständig. Unsere ehrenamtlichen Helfer nehmen dich in Empfang, erklären dir den Ablauf und sind bei Fragen kompetente Ansprechpartner.

Muss ich an einer Beratung teilnehmen?
Ja, in der Regel schon. Die Beraterin/der Berater klärt mit dir eventuell noch offene Fragen und stellt fest, ob für dich ein Test zu diesem Zeitpunkt richtig und sinnvoll ist. Eventuell kann ein Test für dich nicht sinnvoll sein, zum Beispiel, wenn nach einem Risikokontakt noch nicht genug Zeit vergangen ist, um eine definitive Aussage treffen zu können.

Was passiert wenn mein Testergebnis reaktiv, d.h. positiv ist?
Bei einem positiven Schnelltestergebnis spricht man erstmal von einem reaktiven Testergebnis, da es auf Antikörper im Blut reagiert hat. In dem Fall wird vom Arzt ein Röhrchen Blut abgenommen (aus der Armbeuge). Die Blutprobe wird sofort in ein Labor geschickt. Dort wird ein Bestätigungstest (Westernblot) durchgeführt. Erst wenn dieser positiv ist, ist das Testergebnis bestätigt positiv. Bei Bedarf kann eine ausführliche Beratung und/oder Begleitung genutzt werden. Das bestätigte Testergebnis liegt dann am kommenden Montag vor.

Was ist der Unterschied zwischen einem HIV-Schnelltest und einem herkömmlichen HIV-Test?
Beide Tests sind HIV-Antikörpersuchtests. "Schnelltest" bedeutet nicht, dass man sich nach einem "Risikokontakt" früher testen lassen kann, sondern nur, dass man nach dem Test auf das Ergebnis nicht so lange warten muß.
Da beide Tests in sehr seltenen Fällen falsch positiv anschlagen können, muss bei einem reaktiven (positiven) Ergebnis ein weiterer Test (im Labor) ausgewertet werden. Diesen Test nennt man Bestätigungstest. Erst wenn dieser auch positiv ist, spricht man von einem bestätigten HIV-positiven Testergebnis. Der Schnelltest kann individuelle Vorteile bieten. Da die Blutentnahme aus der Fingerkuppe erfolgt, wird keine Injektionsnadel verwendet, auch die eventuelle dadurch entstehenden blauen Flecke bleiben aus. Des Weiteren wird die Wartezeit von bis zu 10 Tagen auf eine Stunde verkürzt. Welche Art der Testung man bevorzugt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Wie lange muss ich nach einem Risikokontakt warten, bis ich mich testen lassen kann - oder: Was ist ein diagnostisches Fenster?

Es muss eine Zeit von etwa 3 Monaten nach dem Risikokontakt vergangen sein, bis das Ergebnis eines Tests wirklich aussagekräftig ist.

Warum ist das so?
Wenn jemand mit Krankheitserregern in Kontakt kommt, versucht das Immunsystem diese Erreger zu bekämpfen. Zu diesem Zweck werden Antikörper gebildet. Und nun kommen wir zum eigentlichen Thema: Schnelltests reagieren auf Antikörper im Blut, nicht auf die Viren selbst. Für die Bildung dieser Antikörper braucht der Körper allerdings Zeit. Bei HIV beträgt die Zeit ca. 3 Monate.

Diese Zeitspanne nennt man "Diagnostisches Fenster". Es bezeichnet in der Medizin den Zeitraum, der zwischen der Ansteckung und dem Zeitpunkt , ab dem die Krankheit durch einen spezifischen Test sicher nachgewiesen werden kann, vergangen sein muss.